Stromerzeugung Deutschland 2017

Energiewende

Film Energiewende   45min mit Betrachtung Strom, Mobilität, Wärme

Ökostrom-Produktion legt 2017 um ein Fünftel zu

Quelle: dpa-AFX  München (dpa) – 03. Jan 2017
Die Produktion klimafreundlichen Ökostroms in Deutschland hat ein neues Allzeithoch erreicht. Nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon produzierten Solar-, Wasser- und Windkraftanlagen 2017 rund 154 Milliarden Kilowattstunden Strom, ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

Nicht eingerechnet sind dabei Biomasse-Anlagen, die weitere 38 Milliarden Kilowattstunden erzeugten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die erneuerbaren Energien sind naturgemäß sehr vom Wetter abhängig und unterliegen daher starken saisonalen Schwankungen. Sowohl der September als auch der Dezember waren stürmisch, so dass Windräder in diesen beiden Monaten den Großteil des Ökostroms von jeweils um die 16 Milliarden Kilowattstunden erzeugten.

Im Mai, Juli und August dagegen produzierten die 1,6 Millionen Solaranlagen, die vor allem in den südlichen Bundesländern installiert sind, jeweils rund 5 Milliarden Kilowattstunden.

Zeitweise übertraf die Stromerzeugung den Verbrauch in Deutschland so stark, dass die überschüssige Menge zu sogenannten negativen Preisen exportiert wurde. Die Käufer erhalten demnach Geld für die Abnahme von Strom aus Deutschland. Am vergangenen Neujahrstag seien dies in der Spitze 76 Euro je Megawattstunde gewesen, berichtete das «Handelsblatt» (Mittwoch).

Negative Preise sind nach Angaben der europäischen Strombörse Epex Spot ein vergleichsweise seltenes Phänomen, aber nicht ungewöhnlich. Im vergangenen Jahr habe es während 146 Stunden negative Preis für Stromlieferungen am Folgetag gegeben. 2015 gab es negative Preise während 126 Stunden, 2016 während 97 Stunden. Unter gewissen Umständen seien negative Preise ein gutes Mittel, mit plötzlicher Überversorgung umzugehen und dem Markt ein angemessenes Signal zu senden, die Produktion zu senken. Epex ist eine Börse für kurzfristigen Stromgroßhandel in Europa.

Aus der Politik kamen Forderungen, diese Entwicklung zu beenden. «Wir können uns diesen Irrsinn auf Dauer nicht leisten. Die nächste Regierungskoalition wird sich des Themas annehmen müssen», sagte Bernd Westphal, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem «Handelsblatt». Thomas Bareiß (CDU), energiepolitischer Koordinator der Union, forderte, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie müsse dem Netzausbau und dem Speicherausbau angepasst werden.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg 2017 auf ein Drittel, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bereits kurz vor Weihnachten mitgeteilt hatte. Deutschland habe 2017 rund 54 Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert, etwa so viel wie im Vorjahr.


Auswertung des obigen Berichts bezogen auf E-Mobilität:

(G.Neumaier): ——– Zahlen: Verbrauch E-Auto: 18kWh/100 km (Eigene Erfahrung BMWi3 16 kWh/100 km) 15.000 km/Jahr Fahrleistung, somit Durchschnittsverbrauch E-Auto: 18 kWh*150= 2.700 kWh/Jahr.   154.000.000.000 kWh/2700 kWh = 57.000.000 E-Autos.
In Deutschland gibt es momentan ca. 45.000.000 PKWs. Momentan, Ende 2017, sind 32.000 private E-Autos in Deutschland angemeldet. ————–

Würde man 57.000.000 Verbrennerautos mit E-Autos ersetzen würde man einsparen:
57.000.000 Autos* 15.000 km*0,08LiterBenzin= 68.400.000.000 Liter Benzin(Diesel). Das sind 2.280.000 Tankwagen mit 30.000Liter. Hintereinander sind das 45.600 km. Das deutsche Autobahnnetz hat ca. 13.000 km.

Um 1 Liter Benzin zu erzeugen und an der Tankstelle bereitzustellen sind etwa 1kWh Energie notwendig. Verzichtet man auf die Herstellung von Benzin kann man dadurch alleine 68.400.000.000 kWh Energieeinsatz verzichten. Wie viel davon direkt Strom ist, lassen die Erdölverarbeiter nicht an die Öffentlichkeit.

Mit 1% der erneuerbaren Energien aus Wind, Wasser und Sonne könnten momentan 570.000 E-Autos fahren. Die aktuelle Zahl Ende 2017: 32.000 private E-Autos ohne Hybrid auf deutschen Straßen.  Weniger als 0,1 % der regenerativen Energien werden momentan von E-Autos benutzt. Wenn man nun folgendes betrachtet in obigem Artikel: 146 Std. im Jahr 2017 negative Preise für Strom. Ein durchschnittliches E-Auto mit 15.000 km/Jahr und 18 kWh/100km benötigt bei einer Ladeleistung von 22KW etwa 133 Std/Jahr.  Somit hätte ich mein E-Auto gerne geladen in der Zeit als es Geld dafür gab Strom abzunehmen. Generös wie ich nun mal bin, hätte ich sogar auf Geld verzichtet…..
Ohne Spaß: Mit einer Rundsteueranlage betrieben vom Stromlieferant (das gibt es für ca. 300€ zu kaufen und wird bei der Einspeisung von Solarstrom auch verwendet um die Einspeisung bei Stromüberschuss zu unterbrechen) könnte ich bei Stromüberschuss doch problemlos mein Auto betanken und würde einen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten. Die große Stärke des E-Autos ist  die Betankung zeitlich unabhängig von der Nutzung. Ist zukünftig das Rückspeisen der E-Autos in das Netz auch noch möglich, dann muss ich die gespeicherte Energie bei Überschuss gar nicht verfahren, sondern könnte bei Bedarf direkt wieder rückspeisen.  Geschätzte 2/3 des Jahres steht das Auto vor dem Haus. -> Bei einer Fahrleistung von 15 000 km/Jahr, Durchschnittsgeschwindigkeit 50 km/h sind sie 15000/50 = 300 Std im Jahr im Auto das sind 12,5 Tage. Rechnerisch haben sie 352 Tage Zeit zu tanken.

20% Steigerung regenerativer Energie im Vergleich zu 2016: 154.000.000.000*0,2 = 30.800.000.000 kWh. Das ist der Zuwachs vom Jahr 2016 zu 2017. Alleine damit könnte man 30.800.000.000 kWh/2700 kWh = 11.000.000 E-Autos in Deutschland betreiben.

Mit dem exportierten Strom könnte man 54.000.000.000 kWh/2700 kWh = 20.000.000 E-Autos in Deutschland betreiben.

Ergebnis:
– E-Autos intelligent in das Stromnetz einbinden führt zu einer Netzstabilität.
– Es ist genug „grüner“ Strom im Netz. E-Fahrer sind verpflichtet „grüne“ Stromvertrage abzuschließen.    Guter Tipp:    Naturenergie Schönau

Eine Seite, die im Detail die Situation im deutschen Stromnetz aufzeichnet:
Energy-charts  vom Fraunhofer Institut
   Anfang Januar Stromerzeugung    Bericht aus der TAZ     Hier einige Auszüge:
„Es war vor allem ein symbolisches, aber auch ein für die Energiewende epochales Ereignis: Am frühen Morgen des Neujahrstages deckte Deutschland erstmals für mehrere Stunden seinen Strombedarf rechnerisch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Das jedenfalls besagen Daten der Bundesnetzagentur. Einem Verbrauch von knapp 41 Gigawatt (GW = Millionen Kilowatt) stand morgens um 6 Uhr eine Erzeugung aus Windkraft von knapp 35 GW, und von anderen Erneuerbaren von weiteren 6 GW gegenüber.“     und
„Sicher jedenfalls ist: Die deutsche Stromwirtschaft hat in diesen Tagen, Wochen und Monaten Geschichte geschrieben. Der 3. Januar war mit einer Summe von 940 Millionen Kilowattstunden der windstromreichste Tag bisher. In den Abendstunden drückte Sturm Burglind die Rekordleistung von 42 Gigawatt ins Netz. Schon 2017 hatte die Windkraft neue Spitzenwerte erzielt mit alleine fast 15 Terawattstunden (Milliarden Kilowattstunden) Windstrom im Dezember.“   Quelle TAZ siehe oben stehender Link.
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